Zukunft braucht Erinnerung
Darum schließe ich mich, wie schon im letzten Jahr, auch 2012 sehr gerne dem Aufruf “Zeichen setzen!” zum internationalen HolocaustGedenktag an. Mehr als interessante und nachdenklich stimmende Beiträge hierzu findet ihr bereits bei den Momos und bei Claudia aus Berlin.







Ein schlauer Mensch hat mal gesagt: “Wer sich seiner Geschichte nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.” Ich glaube, es war Bertolt Brecht, bin mir aber nicht ganz sicher. Sicher bin ich mir aber, daß das Bundesamt für Verfassungsschutz sich von seinen hauseigenen Nazis befreien sollte, damit dessen Sehvermögen am rechten Bildrand sich wieder verbessert. Inwieweit ist eine solche Institution überhaupt vonnöten, wenn ein NaziNetzwerk über ein Jahrzehnt lang mordend und brandschatzend durch das Land zieht – von dieser Institution unbemerkt. Andererseits wundert es mich nicht, wenn jeder fünfte Deutsche unter 30Jahren den Namen Auschwitz noch nie gehört hat und latenter Antisemitismuns in 20% aller Deutschen schwelt. Und trotzdem gibt es jüdisches Leben in D-Land und es gibt so wunderbare Musik, die in den Synagogen erklingt, wobei ich an den Großen Kantor aus Berlin, Estrongo Nachama denke, über den heute bei mir was zu lesen und zu hören ist. Er sang über Jahrzehnte gegen dumpfes Getrampel an und sein wunderbarer Bariton wird mich immer begleiten, gerade an solchen denkwürdigen Tagen. Auch heute wieder.
Das Zitat vom alten Roman Herzog ist einfach klasse, damals hatte das Wort eines BundesPräsidenten noch Gewicht. Den derzeitigen BundesPräsidenten kann wohl keiner mehr ernst nehmen, wie auch das Amt desselben derart “versaut” ist, daß es wohl als verzichtbar eingestuft werden sollte. Aber das Land bekommt die Politiker, die es verdient. In diesem Sinne: Shabbat Shalom, Du meine LeuchtturmWärterin.
hinzufügen möchte ich artikel im NordOstUniversum und im cafeweltenall…
gegen das vergessen, unbequem sein, nicht nachlassen… es wird immer wichtiger, obwohl kann es noch wichtiger werden/sein? aber die zeitzeugen sind sehr, sehr slt geworden und viele starben, andere werden folgen…
bei einer bevölkerung, die zu einem fünftel antisemitisch/rassistisch eingestellt ist, darf man einfach sich nicht zurücklehnen
herzliche grüße u.
Man hat von unseren Generationen, die in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurden, einmal gesagt, wir seien mit dem Glück der Spätgeborenen gesegnet. Seit wir nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Wiedervereinigung unsere volle Souveränität zurückerhalten haben, und die Politiker meinen, wir seien wieder wer – deshalb müsse die deutsche Armee unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen – hatte ich diesbezüglich schon ernsthafte Zweifel. Wenn es jetzt auch noch dazu kommen sollte, dass die braunen Horden wieder ungehindert durch unsere Dörfer und Städte marschieren können, dann wären wir wieder dort, wo unsere Großeltern und Eltern 1945 schon einmal waren. Ich denke es ist an der Zeit, dass wir aktiv etwas für unser Glück der späten Geburt tun müssen. Ansonsten könnte der Segen irgendwann zu unserem Fluch werden. Zeitzeugen, wie Marcel Reich-Ranicki, dessen Schilderung seiner Erlebnissen im Warschauer Ghetto mich sehr berührt hat, sterben so langsam aus. Jetzt ist es an uns, die Geschichte wach zu halten und die Erinnerungen unserer Eltern und Großeltern an unsere Kinder und Enkel weiterzugeben.
Gruß von der eiskalten Nordsee- an die Ostseeküste,
juwi
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